Ein Marktplatz für Regalfläche. Und eine Website, die ihn verkauft.
Retail-Tech-Startup aus Hamburg mit einer englischen Webflow-Seite, die Händler nicht verstanden. Heute: eine Website, die exakt die Läden anspricht, die Spreat gewinnen will, und ein eigenes Redaktionssystem, mit dem das Team Stories, Referenzen und Kampagnen ohne Entwickler pflegt.
- 5×
- so viele Anfragen über die Website
- Kontaktformular und Terminbuchungen seit dem Livegang im September 2026, verglichen mit den Website-Anfragen davor. Anzeigenkampagnen liefen parallel an. Angabe von Spreat.
- 10
- Bereiche, die das Team selbst pflegt
- Stories, Testimonials, Logos, FAQ, Ankündigungsleiste, Medien, Anfragen, Terminbuchungen, Nutzer und Papierkorb im eigenen Redaktionssystem. Vorher ging jede Änderung über Webflow.
- 7 Wochen
- vom ersten Commit bis zum Livegang
- Erster Commit am 1. August 2026, Livegang Mitte September 2026. Inhalte, Konditionen und Referenzen kamen aus dem Unternehmen, Design und Struktur sind im Wochentakt mit den Gründern entstanden.
Ausgangslage
Spreat macht aus Regalfläche im Einzelhandel einen Marktplatz. Marken stellen ihre Ware in einen Store, der Store verkauft sie über seine Kasse und bekommt bei jedem Verkauf eine Provision. Die Ware bleibt bis zum Verkauf Eigentum der Marke, Abrechnung und Belege laufen automatisch. Das Modell ist in zwei Sätzen erklärt, aber nur, wenn es jemand in zwei Sätzen erklärt.
Die alte Website tat das nicht. Sie war mit Webflow gebaut, auf Englisch, und begrüßte Besucher mit „We do marketplace for physical stores“. Händler aus Deutschland, die über eine Empfehlung kamen, verstanden nicht, was sie davon hätten. Daneben gab es eine Landingpage für den Markenpool auf einem Baukasten und den Markenpool selbst als eigene Anwendung, jedes Stück in einem anderen Design. Wer Spreat schon kannte, fand dort Informationen. Wer Spreat noch nicht kannte, fand keinen Einstieg. Und wer im Team etwas ändern wollte, brauchte jemanden, der Webflow konnte.
Wen die Seite gewinnen soll
Die erste Arbeit war keine Design-Arbeit. Spreat hatte drei Zielgruppen mit drei verschiedenen Fragen: der inhabergeführte Store, der freie Fläche hat und kein Kapital binden will; die Marke, die in den stationären Handel will, ohne einen Außendienst aufzubauen; und Partner wie Kassenhersteller und Großhändler, die anbinden wollen. Der Kern ist der Store, und zwar ein bestimmter: eigene Fläche, eigene Kasse, Lust auf Sortiment, wenig Zeit für Einkauf und Buchhaltung.
Aus diesem Profil folgt die ganze Seite. Die Startseite spricht den Store an und zeigt in drei Sekunden, was passiert: Ein Regal füllt sich mit Marken, ohne dass der Händler einkauft. Marken und Partner bekommen eigene Eingänge, damit die Startseite nicht drei Gruppen gleichzeitig überzeugen muss. Und die Reihenfolge der Argumente folgt den Einwänden, die die Gründer aus Dutzenden Gesprächen kannten: Risiko, Aufwand, Abrechnung, Kasse. Nicht Technik zuerst, sondern das, was ein Händler wissen will, bevor er Zeit investiert.
Was wir gebaut haben
Die Website: drei Strecken für Stores, Marken und Partner, jede mit Preisen, häufigen Fragen und dem passenden nächsten Schritt, für Stores direkt als Terminbuchung im Kalender des Vertriebs. Die Preise stehen offen, als Tabelle und als Rechner für beide Seiten. Dazu Stories aus echten Läden, Fachartikel zum Handel, zwölf Anwendungsfälle, ein Glossar und eine Über-uns-Seite, die mit Zahlen zum Einzelhandel beginnt statt mit dem Team. Gedruckte QR-Codes führen über Kurzlinks auf die Seite, damit sich Kampagnen zuordnen lassen.
Das Redaktionssystem: ein eigenes Admin unter derselben Domain, in dem das Team Stories schreibt und vor der Veröffentlichung ansieht, Testimonials und Kundenlogos pflegt, die FAQ je Zielgruppe bearbeitet, die Ankündigungsleiste am Seitenkopf setzt, Bilder hochlädt und Anfragen sowie Terminbuchungen einsieht. Ein Knopf veröffentlicht: Er stößt den Build an und meldet, wann die Änderung live ist. Gelöschtes landet im Papierkorb, nicht im Nichts. Kein fremdes CMS, keine Lizenz, kein Entwickler für eine neue Story.
Unter der Oberfläche: Next.js mit statisch vorgerenderten Seiten, lokal gehostete Schrift, ein strenger Content-Security-Header, Analyse nur nach Zustimmung, serverseitige Lead-Erfassung für die Anzeigenkampagnen und eine Barrierefreiheitserklärung. Die Seite läuft auf Deutsch, Englisch und Französisch, weil Marken und Partner auch aus dem Ausland anfragen.
Zwei Entscheidungen, die es gebraucht hat
Die Startseite ist ein Vertrauensort, kein Software-Schaufenster. Mitte August stand die Frage, ob die Seite die Software zeigt, die Spreat gebaut hat, oder die Chance, die sie einem Laden eröffnet. Die Antwort war die Chance. Die technische Tiefe, Kassenanbindung, API, Integrationen, bekam eine eigene Unterseite für Ketten. Ein Händler, der seine Fläche besser nutzen will, soll das Gefühl haben, dass hier jemand den Handel mag, nicht, dass er eine Software kauft.
Die zweite Entscheidung war eine Farbe. Das Grün aus dem Pitchdeck liegt bei 2,8 zu 1 auf Weiß und fällt damit als Textfarbe durch die Kontrastanforderung. Statt es aufzugeben oder die Regel zu ignorieren, haben wir es zur Flächenfarbe gemacht: weiße Schrift auf grünen Knöpfen, grüne Zeichen nur dort, wo sie nichts tragen müssen. Die Marke bleibt erkennbar, und die Seite besteht die Prüfung.
Was die Zahlen zeigen und was nicht
Die Anfragen zählen alles, was über die Website hereinkommt: Kontaktformular und Terminbuchung, verglichen mit den Website-Anfragen vor dem Relaunch. Die Zahl trennt nicht, welcher Anteil auf die Anzeigenkampagnen zurückgeht, die mit dem Livegang gestartet sind, und welcher auf Besucher, die Spreat organisch gefunden haben. Was sie zeigt: Die Seite erklärt jetzt, was sie vorher nicht erklärt hat, und Händler melden sich darüber.
Die zweite Zahl ist keine Ergebniszahl, sondern ein Aufwand, der weggefallen ist: Alles, was das Team vorher über Webflow oder gar nicht ändern konnte, pflegt es jetzt selbst. Die dritte ist die Zeit, in der das alles entstanden ist, mit Inhalten, die aus dem Unternehmen kamen, und Entscheidungen im Wochentakt mit den Gründern.
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