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Webdesign
5 Min. LesezeitVeröffentlicht am 09. September 2026

Webseite für Elektrobetriebe: privat, Gewerbe und Industrie trennen

Simon Heistermann

Simon Heistermann

Inhaber

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

Die typische Elektro-Webseite ist für den Kunden mit der defekten Steckdose gebaut - also für den Auftrag mit dem niedrigsten Deckungsbeitrag im ganzen Betrieb. Der Industriekunde, der eine Schaltanlage ausschreibt, und der Gewerbebetrieb, der eine Filiale ausstattet, finden dort nichts, was auf ihre Fragen antwortet. Genau darin liegt der teuerste strukturelle Fehler im Elektrohandwerk.

Kurz gesagt

Elektrobetriebe bedienen drei Kundengruppen mit unvereinbarer Kauflogik. Die Webseite muss diese Trennung sichtbar machen, statt einen Kompromiss zu bauen. Bei E-Mobilität gewinnt, wer die Anmelde- und Genehmigungsfrage öffentlich beantwortet, und Zertifikate gehören zur Leistung, nicht in eine Logo-Reihe.

Drei Kundengruppen, drei Kaufwege

Der Privatkunde sucht nach einem Problem und einem Ort, entscheidet innerhalb eines Tages und vergleicht vor allem Erreichbarkeit. Der Gewerbekunde - Arztpraxis, Filiale, Bürogebäude - sucht nach einem Partner für wiederkehrende Arbeiten, will ein Angebot und einen verlässlichen Termin, und braucht Belege, dass der Betrieb Störungen im laufenden Betrieb beherrscht. Der Industriekunde recherchiert Wochen vor einer Anfrage, prüft Qualifikationen und Referenzen, und ist am Ende in einem formalisierten Vergabeprozess unterwegs, in dem die Webseite nicht den Zuschlag entscheidet, sondern die Einladung.

Diese drei lassen sich nicht über eine gemeinsame Leistungsübersicht bedienen. Eine Startseite braucht drei erkennbare Einstiege mit der Sprache der jeweiligen Zielgruppe, und dahinter drei unterschiedlich gebaute Bereiche. Für den B2B-Teil gilt weitgehend dieselbe Logik, die wir für B2B-Webseiten im Maschinenbau beschrieben haben: lange Entscheidungswege, mehrere Beteiligte, und Inhalte, die einer technischen Prüfung standhalten.

PrivatGewerbeIndustrie
EntscheidungszeitStunden bis TageWochenMonate
Was überzeugtErreichbarkeit, OrtsnäheZuverlässigkeit, StörungsfestigkeitReferenzen, Qualifikationen, Kapazität
KontaktwegTelefon oder kurzes FormularAngebotsanfrageBenannter Ansprechpartner
Rolle der WebseiteAnfrage auslösenVertrauen aufbauenIn die Vorauswahl kommen

Warum die Steckdosen-Anfrage den falschen Platz bekommt

Kleinaufträge im Privatbereich sind selten das Problem der Auftragslage, sondern das Problem der Koordination: Anfahrt, Terminfenster, Materialbeschaffung und Abrechnung stehen in keinem guten Verhältnis zum Auftragswert. Trotzdem bekommen sie auf den meisten Elektro-Webseiten den prominentesten Platz, weil dieser Kundentyp am lautesten sichtbar ist.

Das lässt sich sauber lösen, ohne unhöflich zu werden. Eine eigene Seite für Privatkunden, die den Rahmen offenlegt - welche Arbeiten Sie übernehmen, welche nicht, mit welcher Vorlaufzeit und ab welchem Mindestumfang -, sortiert von selbst. Wer sich davon abgeschreckt fühlt, hätte den Betrieb ohnehin Zeit gekostet. Der Startseiten-Platz, der dadurch frei wird, gehört den beiden Gruppen, die den Umsatz tragen.

E-Mobilität: die Anfrage kommt mit einer konkreten Frage

Wer heute eine Wallbox sucht, kommt nicht mit „ich hätte gern eine Ladestation“, sondern mit einer präzisen technischen Frage: Reicht meine Hausanschlussleistung, brauche ich 11 oder 22 kW, und muss das jemand genehmigen. Genau da liegt die Chance, denn kaum ein Elektrobetrieb beantwortet das öffentlich.

Die Antwort ist erklärbar und ändert sich nicht ständig: Ladeeinrichtungen sind beim Netzbetreiber anzumelden, bis 12 kVA reicht die Anmeldung, darüber ist die Zustimmung des Netzbetreibers erforderlich. Eine 11-kW-Wallbox liegt darunter, eine 22-kW-Wallbox darüber. Dazu kommen die Einordnung als steuerbare Verbrauchseinrichtung und die Frage, ob Lastmanagement nötig ist. Ein Betrieb, der diese Kette auf einer eigenen Seite verständlich beschreibt, wird zu der Adresse, bei der man dann anfragt - und qualifiziert den Interessenten gleich mit, weil dieser vorab weiß, wovon er spricht.

Zertifikate sind kein Schmuck, sondern ein Tor

Im Elektrohandwerk sind Qualifikationen keine Vertrauensdeko, sondern harte Voraussetzungen: Ohne Eintrag im Installateurverzeichnis des zuständigen Netzbetreibers dürfen bestimmte Arbeiten am Netzanschluss schlicht nicht ausgeführt werden. Genau deshalb wirkt eine Logo-Reihe im Fußbereich verschenkt. Diese Nachweise gehören zu der Leistung, bei der sie eine Frage beantworten: der Eintrag im Installateurverzeichnis auf die Wallbox- und die Zählerschrank-Seite, Herstellerzertifizierungen für Speichersysteme auf die Speicherseite, Qualifikationen für Prüfungen ortsveränderlicher Geräte auf die Gewerbeseite. Wie sich Vertrauenssignale grundsätzlich platzieren lassen, damit sie tatsächlich gelesen werden, beschreiben wir im Artikel Trust-Elemente 2026.

  • Drei erkennbare Einstiege auf der Startseite: privat, Gewerbe, Industrie
  • Eigene Seite für Privatkunden mit offenem Leistungs- und Mindestrahmen
  • Wallbox-Seite, die Anmelde- und Zustimmungspflicht verständlich erklärt
  • Nachweise und Eintragungen jeweils bei der zugehörigen Leistung platzieren
  • Referenzprojekte für Gewerbe und Industrie mit Branche, Umfang und Anlagengröße
  • Benannter Ansprechpartner mit Durchwahl statt anonymem Formular im B2B-Bereich

Die Schnittstelle zur Photovoltaik

Photovoltaik-Projekte enden regelmäßig dort, wo das Elektrohandwerk anfängt: Zählerschrank, Anschluss, Speicherintegration, Wallbox. Es gibt eine reale und schlecht bediente Nachfrage von Hausbesitzern, deren Anlage steht, aber nicht sauber angeschlossen ist, oder deren PV-Anbieter den elektrotechnischen Teil nicht selbst leistet. Diese Menschen suchen gezielt nach einem Elektrobetrieb, und sie finden meist nur Seiten, auf denen Photovoltaik eine Zeile in der Leistungsliste ist. Eine eigene Seite für den elektrischen Teil von PV-Projekten fängt diese Suche ab. Wie der Markt auf der PV-Seite tickt und warum er ein Vertrauensproblem hat, beschreiben wir im Artikel Webseite für Photovoltaik-Betriebe.

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Konkrete Maßnahmen für die nächsten 90 Tage

  • Tag 1-30: Umsatz und Deckungsbeitrag je Kundengruppe gegen die Platzierung auf der Webseite halten, drei getrennte Einstiege anlegen
  • Tag 31-60: Wallbox-Seite mit Anmelde- und Zustimmungspflicht schreiben, eigene Seite für den elektrischen Teil von PV-Projekten aufbauen
  • Tag 61-90: Nachweise von der Sammelseite zu den einzelnen Leistungen verschieben, drei Referenzprojekte aus Gewerbe oder Industrie mit Eckdaten dokumentieren

Fazit

Ein Elektrobetrieb, der auf der Webseite nicht zwischen Privat, Gewerbe und Industrie unterscheidet, verkauft sich unter Wert - weil die sichtbarste Kundengruppe die unrentabelste ist. Trennen Sie die Einstiege, beantworten Sie bei der Ladeinfrastruktur die Anmelde- und Genehmigungsfrage öffentlich, und platzieren Sie Nachweise dort, wo sie eine Frage beantworten. Die allgemeinen Regeln für Handwerks-Webseiten haben wir im Artikel Webdesign für Handwerker zusammengefasst, und wie ein benachbartes Gewerk mit zwei gegensätzlichen Kundentypen umgeht, im Artikel Webseite für Sanitär, Heizung, Klima. Wie sich daraus laufende Sichtbarkeit für die richtigen Suchbegriffe aufbauen lässt, sehen Sie unter SEO.

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