ToFu, MoFu, BoFu: Content entlang der Kaufentscheidung planen
Simon Heistermann
Inhaber
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Die meisten Websites im Mittelstand bestehen fast nur aus Leistungsseiten mit ein paar Ratgeber-Artikeln drumherum. Das ist kein Content-Funnel, das ist eine Vitrine ohne Eingangstür - wer noch gar nicht weiß, dass er ein Problem hat, findet dort nichts, das ihn abholt.
Kurz gesagt
Ein Interessent durchläuft vor dem Kauf drei Phasen: Aufmerksamkeit, Abwägung, Entscheidung. Content, der nur die letzte Phase bedient, erreicht niemanden, der noch in der ersten steht. Der Hebel liegt nicht in mehr Content, sondern darin, jede Phase abzudecken und sauber miteinander zu verlinken.
Warum Content ohne Funnel-Logik ins Leere läuft
Ein Interessent, der gerade erst spürt, dass etwas nicht stimmt, sucht keine Preise und keine Buchungsseite. Er sucht eine Erklärung. Wer ihm stattdessen sofort ein Angebot präsentiert, spricht an ihm vorbei - nicht, weil das Angebot schlecht wäre, sondern weil er die Frage, die er tatsächlich hat, noch gar nicht gestellt bekommen hat. Genau umgekehrt gilt das für jemanden, der längst weiß, was er braucht, und nur noch einen Anbieter sucht: Ein weiterer Ratgeber-Artikel bringt ihn nicht näher zur Anfrage, er verzögert sie eher.
Diese Beobachtung ist der Kern der Funnel-Logik: Content wirkt nur, wenn er zur Phase passt, in der sich die Zielgruppe gerade befindet. Ein einzelner, noch so guter Artikel reicht nicht, wenn danach kein nächster Schritt existiert, der zur nächsten Phase führt.
ToFu, MoFu, BoFu im Überblick
| Phase | Zustand des Interessenten | Passender Content |
|---|---|---|
| ToFu - Top of Funnel | Spürt ein Problem, kennt noch keine Lösung | Ratgeber, Checklisten, Erklärungen zu Symptomen und Begriffen |
| MoFu - Middle of Funnel | Vergleicht Lösungswege und Anbieter | Vergleiche, Auswahlkriterien, ausführliche Leitfäden |
| BoFu - Bottom of Funnel | Ist kaufbereit, sucht den letzten Anstoß | Leistungsseiten, Preise, Referenzen, Garantien, klare Handlungsaufforderung |
Ein Beispiel aus dem Handwerk macht den Unterschied greifbar: Ein Artikel „Woran erkenne ich, dass die Heizung getauscht werden sollte“ erreicht Menschen, die noch gar nicht nach einem Installateur suchen, aber bald suchen werden. Ein Vergleich „Heizungstausch: Wärmepumpe oder neue Gastherme“ erreicht dieselben Menschen einige Wochen später, wenn sie Optionen abwägen. Erst danach ist eine Leistungsseite mit Preisen der richtige nächste Schritt - vorher wirkt sie wie eine verschlossene Tür.
Wie die Phasen ineinandergreifen
Einzelne Inhalte pro Phase reichen nicht, wenn sie nicht miteinander verbunden sind. Der entscheidende Hebel ist interne Verlinkung mit einem klaren nächsten Schritt:
- ToFu zu MoFu: Am Ende eines Ratgeber-Artikels auf einen passenden Vergleich oder eine Auswahlhilfe verlinken
- MoFu zu BoFu: Aus dem Vergleich heraus konkret auf die passende Leistungsseite führen
- BoFu enthält einen einzigen klaren nächsten Schritt, keine drei konkurrierenden Handlungsaufforderungen
- Themenverwandte Inhalte verlinken sich gegenseitig, damit kein Artikel eine Sackgasse bleibt
- Jeder neue Inhalt bekommt vor der Veröffentlichung eine Phase zugeordnet, nicht erst im Nachhinein
Wer diese Verlinkung konsequent umsetzt, verwandelt eine Sammlung einzelner Artikel in einen Pfad, der einen Interessenten Schritt für Schritt von der ersten Frage bis zur Anfrage begleitet, statt ihn nach einem einzelnen Artikel wieder zu verlieren.
Typische Fehler im Mittelstand
- Nur BoFu-Content: Die Website besteht aus Leistungsseiten und Preisen, aber nichts erzeugt oben im Funnel Aufmerksamkeit
- Sackgassen ohne nächsten Schritt: Guter Artikel, aber keine Verlinkung und keine Handlungsaufforderung danach
- Verkaufen in der falschen Phase: Im ToFu-Artikel schon hart zum Kauf drängen, statt zuerst zu informieren
- MoFu komplett ausgelassen: Es gibt Aufmerksamkeit und Angebote, aber nichts dazwischen, das Vertrauen aufbaut
Der letzte Punkt ist der häufigste und der teuerste: Genau in der mittleren Phase, in der ein Interessent Anbieter tatsächlich vergleicht, fehlt bei vielen Websites jeder Inhalt - und damit auch jede Gelegenheit, sich dort positiv abzusetzen.
Konkrete Maßnahmen für die nächsten 90 Tage
- Tag 1-30: Bestehende Inhalte einer Phase zuordnen und die Lücke identifizieren, die am stärksten fehlt
- Tag 31-60: Fehlende Phase mit zwei bis drei Inhalten füllen und interne Verlinkung zwischen den vorhandenen Stufen nachziehen
- Tag 61-90: Jeden Inhalt auf einen einzigen klaren nächsten Schritt prüfen und Sackgassen schließen
Fazit
Ein funktionierender Content-Funnel entsteht nicht durch mehr Artikel, sondern dadurch, dass jede Phase der Kaufentscheidung tatsächlich bedient wird - und dass die Phasen sauber ineinandergreifen. Wie Sie Content-Marketing als Ganzes strukturieren, bevor die einzelnen Artikel entstehen, zeigen wir im Artikel Content-Marketing einfach erklärt; ob sich das intern oder über eine Agentur besser umsetzen lässt, im Artikel Content selbst oder Agentur. Wie ein einzelner Blog-Artikel überhaupt so geschrieben wird, dass er rankt, sehen Sie im Artikel Blog-Artikel, die ranken.
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